Wie viele Unternehmen und Selbstständige gibt es in Deutschland?
Wie viele Unternehmen gibt es, wie viele Selbstständige, wie viele Gründungen und Insolvenzen – und wie pünktlich wird bezahlt? Hier stehen die aktuellen Zahlen direkt vom Herausgeber, jeweils mit Jahr und Quelle. Wo zwei Quellen verschiedene Werte nennen, steht dabei, warum.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Jede Zahl steht mit Jahr und Herausgeber. Belege und Einordnung folgen in den Abschnitten darunter, die Links zu den Primärquellen am Ende der Seite.
- 3,5 Millionen Unternehmen (rechtliche Einheiten), 2024. Statistisches Bundesamt
- 84 % der Unternehmen haben weniger als zehn Beschäftigte, 2024. Statistisches Bundesamt
- 99,3 % der untersuchten Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen, 2024. Statistisches Bundesamt
- 3,6 Millionen Selbstständige, 2024. IfM Bonn
- 1,8 Millionen Selbstständige arbeiten ohne Beschäftigte, das sind 50,6 %, 2024. IfM Bonn
- Rund ein Drittel der Selbstständigen sind Frauen, 2024. IfM Bonn
- 8,4 % aller Erwerbstätigen sind selbstständig, 2024. IfM Bonn
- 690.000 Menschen haben sich selbstständig gemacht, davon 483.000 im Nebenerwerb, 2025. KfW-Gründungsmonitor 2026
- 40 % der Gründerinnen und Gründer waren jünger als 30 Jahre, 2025. KfW-Gründungsmonitor 2026
- 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 10,3 % mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2014, 2025. Statistisches Bundesamt
- 22 % der Rechnungen werden in Deutschland zu spät oder gar nicht bezahlt. EOS, European Payment Practices 2025
- 31 Tage beträgt das durchschnittliche Zahlungsziel für Geschäftskunden in Deutschland. EOS, European Payment Practices 2025
Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland?
Im Jahr 2024 gab es in Deutschland rund 3,5 Millionen Unternehmen, gezählt als rechtliche Einheiten. Das meldet das Statistische Bundesamt aus dem Statistischen Unternehmensregister. Diese Unternehmen hatten 40,1 Millionen abhängig Beschäftigte und setzten zusammen rund 9,8 Billionen Euro um.
84 Prozent davon hatten weniger als zehn Beschäftigte.
Mit früheren Jahren lässt sich die Zahl nur eingeschränkt vergleichen: Das Statistische Bundesamt hat die Beschäftigtenangaben ab dem Berichtsjahr 2024 auf das sogenannte Jobkonzept umgestellt.
Wie viele kleine und mittlere Unternehmen gibt es?
2024 zählten 3,2 Millionen Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unternehmen, das sind 99,3 Prozent. Rund 2,7 Millionen davon waren Kleinstunternehmen, rund 21.500 waren Großunternehmen.
In kleinen und mittleren Unternehmen arbeiteten 54 Prozent der 39,3 Millionen Beschäftigten: rund 18 Prozent in Kleinstunternehmen, 20 Prozent in kleinen und 16 Prozent in mittleren Unternehmen.
Diese Auswertung umfasst Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, in der Energie- und Wasserversorgung, im Handel, im Gastgewerbe und in sonstigen Dienstleistungsbranchen. Sie deckt damit nicht alle Wirtschaftsbereiche ab und ist nicht direkt mit den 3,5 Millionen rechtlichen Einheiten aus dem Unternehmensregister vergleichbar.
Wie viele Selbstständige gibt es in Deutschland?
2024 waren in Deutschland rund 3,6 Millionen Menschen hauptberuflich selbstständig: rund 2,4 Millionen Männer und 1,2 Millionen Frauen (IfM Bonn, Mikrozensus). Die Selbstständigenquote, also der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen, lag bei 8,4 Prozent. Bei Männern waren es 10,5, bei Frauen 5,9 Prozent.
Das Statistische Bundesamt weist für 2025 rund 3,66 Millionen Selbstständige im Inland aus. 2020 waren es nach dieser Rechnung noch 4,04 Millionen.
Die beiden Werte weichen voneinander ab, weil sie verschieden ermittelt werden. Das IfM Bonn wertet den Mikrozensus aus. Das Statistische Bundesamt nutzt die Erwerbstätigenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und zählt mithelfende Familienangehörige mit. Wer eine der Zahlen zitiert, sollte die Quelle dazuschreiben.
Wie viele Solo-Selbstständige gibt es?
Rund 1,8 Millionen Selbstständige hatten 2024 keine Beschäftigten. Das sind 50,6 Prozent aller Selbstständigen (IfM Bonn).
Gemessen an allen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren waren 2025 3,5 Prozent solo-selbstständig, bei Frauen 3,1 und bei Männern 3,8 Prozent. Der Anteil steigt mit dem Alter: von 1,1 Prozent bei den 15- bis 24-Jährigen auf 5,2 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen (Statistisches Bundesamt, Arbeitskräfteerhebung).
Wie viele Gründungen gibt es pro Jahr?
Laut KfW-Gründungsmonitor 2026 haben sich 2025 rund 690.000 Menschen selbstständig gemacht, nach 585.000 im Jahr zuvor. 483.000 davon gründeten im Nebenerwerb, 206.000 im Vollerwerb. 40 Prozent waren jünger als 30 Jahre, 35 Prozent waren Frauen.
Das IfM Bonn kommt für 2025 auf rund 395.000 Existenzgründungen. Es zählt Menschen, die im jeweiligen Jahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb neu aufgenommen haben. Auf 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter kamen 78,1 Gründungen.
Die beiden Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen: Die KfW befragt jedes Jahr rund 50.000 Menschen, das IfM rechnet mit amtlichen Daten. Wer eine der Zahlen zitiert, sollte die Quelle dazuschreiben.
Wie entwickeln sich die Unternehmensinsolvenzen?
2025 registrierten die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Höher lag die Zahl zuletzt 2014 mit 24.085 Fällen. 2009 waren es 32.687 (Statistisches Bundesamt).
Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen 2025 bei rund 47,9 Milliarden Euro, nach rund 58,1 Milliarden Euro im Jahr 2024. Auf 10.000 Unternehmen kamen 69 Insolvenzen. Am häufigsten betroffen waren Verkehr und Lagerei (133), das Gastgewerbe (108) und das Baugewerbe (104).
Auch im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl: Von Januar bis Juni wurden 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Statistik erfasst einen Antrag erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts. Der eigentliche Antrag liegt in vielen Fällen rund drei Monate früher.
Wie pünktlich werden Rechnungen in Deutschland bezahlt?
In Deutschland werden 22 Prozent der Rechnungen zu spät (17 Prozent) oder gar nicht (5 Prozent) bezahlt. Im europäischen Durchschnitt ist es etwa jede vierte Rechnung.
Das durchschnittliche Zahlungsziel liegt in Deutschland bei 22 Tagen für Privatkunden und 31 Tagen für Geschäftskunden. Wird die Frist überschritten, zahlen Privatkunden im Schnitt 20 Tage und Geschäftskunden 23 Tage nach der Fälligkeit.
Grundlage ist die Studie European Payment Practices 2025 von EOS: 2.200 Finanzverantwortliche in 11 europäischen Ländern, befragt von Kantar zwischen März und Mai 2025. Wie du bei einer überfälligen Rechnung nachfasst, steht in der Anleitung Mahnung schreiben.
Woher die Zahlen stammen
Jede Zahl auf dieser Seite stammt direkt vom Herausgeber: dem Statistischen Bundesamt, dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn, der KfW und EOS. Wo zwei Quellen verschiedene Werte nennen, stehen beide mit Erklärung da.
Die Seite wird geprüft, sobald eine Quelle neue Daten veröffentlicht. Der Monat der letzten Prüfung steht oben auf der Seite.
Quellen und Einordnung
Rechtliche und steuerliche Regeln können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Primärquellen und deine fachliche Beratung.
- Statistisches Bundesamt: Statistisches Unternehmensregister ↗
- Statistisches Bundesamt: Kleine und mittlere Unternehmen ↗
- Statistisches Bundesamt: Selbstständige im Inland nach Wirtschaftssektoren ↗
- Statistisches Bundesamt: Solo-Selbstständige ↗
- Statistisches Bundesamt: Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 (Pressemitteilung vom 13.03.2026) ↗
- Statistisches Bundesamt: Unternehmensinsolvenzen im Juni 2026 (Pressemitteilung vom 11.09.2026) ↗
- IfM Bonn: Selbstständige ↗
- IfM Bonn: Existenzgründungen insgesamt ↗
- KfW Research: Gründungsmonitor 2026 (Pressemitteilung vom 19.05.2026) ↗
- EOS: Zahlungsmoral in Europa nimmt weiter ab ↗
- EOS: European Payment Practices 2025 (Methodik) ↗
Rund jede fünfte Rechnung wird zu spät oder gar nicht bezahlt. Welche von deinen?
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