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Wissen · Build in Public · Stand August 2026

SEO selbst machen: der Weg, den wir selbst gegangen sind.

Eine SEO-Agentur kostet üblicherweise einen vierstelligen Betrag im Monat – bevor der erste Euro Werbebudget fließt. Das kann sich kaum ein Gründer von Anfang an leisten. Wir haben die Sichtbarkeit für Sumaro deshalb selbst aufgebaut, mit einem KI-Coding-Agenten und Livedaten – und legen hier den kompletten Weg offen: jedes Werkzeug, jede Formel, jede Zahl. Nichts zurückgehalten.

Warum wir das veröffentlichen: Sumaro verkauft Buchhaltungssoftware, keine SEO-Beratung. Wir verlieren also nichts, wenn du unseren Weg kopierst – im Gegenteil: Wenn er dir hilft, Kunden zu gewinnen, hast du danach Rechnungen zu schreiben. Deshalb steht hier alles, wofür sonst eine Agentur bezahlt wird. Und weil unsere eigene Website beim Schreiben dieses Guides erst wenige Tage alt ist, gibt es keine geschönten Erfolgsgeschichten: Wir dokumentieren, was wir tun und was es kostet – die Ergebnisse tragen wir unten im Ergebnis-Log nach, Monat für Monat, auch wenn sie ausbleiben sollten.

Schritt 1 – Die Rechnung: Agentur gegen Selbermachen

Der Grund, SEO selbst zu machen, ist selten Neugier – es ist die Rechnung. Laufende Betreuung durch eine Agentur wird üblicherweise monatlich abgerechnet, dazu kommen Einrichtung und, wenn parallel Anzeigen laufen, das Werbebudget obendrauf. Unsere gesamten Datenkosten für alles, was dieser Guide beschreibt, sind dagegen konkret geloggt:

PostenEchte Kosten
Erste Erkundung des Marktes (14 Abrufe)$0,45
Vollständiges SEO-Audit mit Livedaten (1.174 Keywords, 50 Abrufe)$1,49
Wettbewerber- und KI-Sichtbarkeits-Messung (21 Abrufe)$0,58
Vier Folgerunden: Lücken, neue Cluster, dieser Guide (14 Abrufe)$0,27
Livedaten gesamt, Stand 20.08.2026 (99 Abrufe)$2,79

Dazu kommen laufende Fixkosten, die du vermutlich ohnehin hast oder brauchst: ein KI-Abo für den Coding-Agenten und das Hosting der Website – zusammen eine Größenordnung, die unter dem Preis einer einzelnen Agenturstunde liegt. Die aktuellen Preise stehen bei den Anbietern; wir behaupten hier nur Zahlen, die wir selbst bezahlt und geloggt haben.

Was die Rechnung nicht zeigt: Zeit. Der Weg in diesem Guide ist kein Knopfdruck, sondern konzentrierte Arbeit in Sitzungen von ein paar Stunden. Der Unterschied zur Agentur ist, dass jede dieser Stunden Wissen aufbaut, das bei dir bleibt.

Schritt 2 – Der Werkzeugkasten

Vier Werkzeuge, alle unten in den Quellen verlinkt – genau die Kombination, mit der dieser Guide entstanden ist:

1

Claude Code

Der KI-Coding-Agent von Anthropic, bei uns mit dem Opus-Modell. Er führt die Recherchen aus, schreibt die Seiten, baut die Prüfskripte und kontrolliert seine Arbeit im Browser selbst. Läuft im Terminal, als Desktop-App oder am Telefon.

2

claude-seo (Plugin)

Ein offenes Plugin von Daniel Agrici mit fertigen SEO-Fähigkeiten für Claude Code: Audits, Keyword-Analysen, Wettbewerbsvergleiche – und einem Kostenwächter, der vor jedem Datenabruf das Tagesbudget prüft.

3

DataForSEO

Die Datenquelle: ein API-Konto, abgerechnet pro Abruf statt pro Monat. Liefert Suchvolumen, Klickpreise, Schwierigkeit, Live-Suchergebnisse und die Rankings der Wettbewerber. Unsere Abrufe kosten meist unter einem Cent bis fünf Cent.

4

Google Search Console

Kostenlos und unverhandelbar: Website anmelden, Sitemap hinterlegen. Hier entsteht der Nullpunkt, gegen den du jeden Fortschritt misst.

Einrichtung in dieser Reihenfolge: Claude Code installieren, das Plugin aus dem GitHub-Repository hinzufügen, beim DataForSEO-Konto die Zugangsdaten in die Plugin-Anbindung eintragen, ein Tageslimit setzen (unseres: 10 US-Dollar – erreicht haben wir es nie), Website in der Search Console bestätigen.

Schritt 3 – Keyword-Recherche mit Livedaten

Der teuerste Fehler im Selbstmach-SEO ist, Seiten nach Gefühl zu bauen. Jede Seite bekommt bei uns vorher vier gemessene Zahlen: Suchvolumen, Klickpreis, Wettbewerb und Schwierigkeit – dazu die Suchintention und die Frage, was Google auf der Ergebnisseite anzeigt (KI-Übersicht? Videos? Fragenkästen?).

Zwei Richtungen liefern die Kandidaten: eigene Themen (was können wir, was fragen unsere Kunden?) und die Rankings der Wettbewerber – für ein paar Cent zeigt dir die API die 100 Suchbegriffe, die jedem Mitbewerber den meisten Besuch bringen. Bei uns ergaben vier Wettbewerber 361 Begriffe, davon fehlten 229 in unserer Liste, und nach dem Wahrheits-Filter aus Schritt 4 blieben 20 übrig. Vier echte Funde aus diesen Messungen:

SuchbegriffSuchen/MonatSchwierigkeitWas wir daraus machten
kundenakquise4.4001 / 100ein offener Leitfaden
mwst rechner60.50011 / 100ein kostenloses Rechner-Tool
rechnung auf englisch18.100k. A.vorgemerkt – Funktion existiert, Seite fehlt noch
auftragsbestätigung3.600k. A.Keyword zur frisch gebauten Funktion

Die erste Zeile ist der Kern der Methode: einen Begriff finden, den 4.400 Menschen im Monat suchen, bei dem die gemessene Schwierigkeit fast null ist – und den die Großen trotzdem nur nebenbei bedienen. Solche Lücken sieht man nicht durch Nachdenken. Man sieht sie in Daten.

Der Kundenakquise-Leitfaden auf sumaro.co mit Kurzantwort-Kasten und Inhaltsverzeichnis
Aus der 4.400er-Lücke wurde noch am selben Tag dieser Leitfaden – Schritt 6 zeigt, wie.

Schritt 4 – Priorisieren statt raten

Aus hunderten gemessenen Begriffen wird eine Reihenfolge – bei uns über eine offene Formel. Jeder Begriff bekommt fünf Teilwerte von 0 bis 100, gewichtet zu einer Gesamtnote:

TeilwertGewichtLeitfrage
Produktpassung30 %Kann unser Angebot das wirklich?
Kaufnähe der Suchintention25 %Will hier jemand etwas lösen – oder nur nachschlagen?
Realistische Ranking-Chance20 %Wie schwer ist die erste Seite laut Messung?
Nachfrage15 %Wie viele suchen das überhaupt?
Chance auf der Ergebnisseite10 %Gibt es dort Plätze jenseits der blauen Links?

Wichtiger als die Formel ist der Filter davor: die Wahrheitsliste. Eine Tabelle, die für jede Produktfunktion festhält, was nachweislich existiert, welche Formulierung dafür zulässig ist – und was nicht behauptet werden darf. Jeder Suchbegriff muss daran vorbei. Bei uns flogen deshalb Begriffe mit sechsstelligem Volumen raus: alles mit „kostenlos“ (unser Produkt ist bezahlt, die Besucher würden enttäuscht abspringen), alles zu Funktionen, die es nicht gibt, und der komplette „Online Geld verdienen“-Themenkreis, mit dem Wettbewerber Reichweite ohne Produktnähe kaufen.

Schritt 5 – Der Content-Plan

Zwei Dateien tragen bei uns den ganzen Plan, beide liegen versioniert im Projekt: eine Keyword-Stammliste (jeder Begriff mit allen Messwerten, Zielseite und Priorität) und eine Content-Map (jedes Themen-Cluster mit genau einer Ziel-URL, Haupt- und Nebenbegriffen, Titel und Notizen). Die eiserne Regel: ein Cluster, eine URL. Wer für „Rechnung schreiben“ drei Seiten baut, konkurriert mit sich selbst.

Der unscheinbarste Trick ist ein Prüfskript, das bei jedem Bauvorgang mitläuft: Es kontrolliert, dass jede Zielseite wirklich existiert, dass kein Cluster auf zwei URLs zeigt – und ein bewusst harter Test bricht, sobald die Seitenzahl nicht mehr zum dokumentierten Stand passt. Klingt pedantisch, verhindert aber das stille Veralten, an dem solche Pläne sonst sterben. Genau diese Disziplin kannst du einem Coding-Agenten einfach mitgeben – siehe der Prompt im nächsten Schritt, Punkt 7.

Schritt 6 – Seiten bauen mit dem Coding-Agenten

Hier zahlt sich der Agent aus: Vom gemessenen Begriff bis zur veröffentlichten Seite vergehen bei uns Stunden, nicht Wochen. Der Vormittag dieses Guides ist selbst das Beispiel – morgens zeigte die Messung die Rechner-Lücke, nachmittags war das Tool live:

Der MwSt-Rechner auf sumaro.co: links die Eingaben, rechts das Ergebnis mit Netto, Steuer und Brutto
Morgens gemessen (60.500 Suchen, Schwierigkeit 11), nachmittags live: der MwSt-Rechner.

Damit das Ergebnis nicht nach austauschbarem KI-Text aussieht, braucht der Agent Regeln – unsere stammen aus echten Korrekturschleifen: zu bunte Flächen wurden weiß mit feinen Linien, zwei Akzentfarben wurden eine, jede Übertreibung flog raus, und jede Änderung wurde per Screenshot geprüft, bevor sie zählte. Destilliert ergibt das den Prompt, mit dem du starten kannst – kopieren, anpassen, loslegen:

Der Meister-Prompt zum Kopieren

Du bist mein Coding-Agent für die Website meiner Selbstständigkeit.
Bevor du irgendetwas baust, gelten diese Regeln:

1. Erst messen, dann bauen. Jede neue Seite braucht vorher ein
   gemessenes Keyword mit Suchvolumen, Wettbewerb und Schwierigkeit.
   Keine Seite "auf Verdacht".
2. Nur behaupten, was das Produkt kann. Lege eine Wahrheitsliste an:
   Funktion, Beleg im Produkt, erlaubte Formulierung. Alles andere
   fliegt raus – auch wenn es besser klingt.
3. Verbotene Wörter: "garantiert", "vollautomatisch", "rechtssicher"
   und jedes Versprechen, das ein Gericht prüfen könnte. Baue ein
   Skript, das die Texte automatisch darauf prüft.
4. Gestaltung: weiße Flächen und feine Linien statt getönter Kästen,
   genau eine Akzentfarbe, Text zuerst. Mobil muss es zuerst gut
   aussehen, nicht zuletzt.
5. Eine Seite pro Thema, ein Thema pro Seite. Der Seitentitel sagt,
   was ich tue und für wen – nicht "Willkommen".
6. Nach jeder Änderung: Screenshot machen, selbst prüfen, erst dann
   zeigen. Wenn etwas nicht belegbar ist, sag es mir, statt es zu
   erfinden.
7. Halte eine Liste aller Seiten und Keywords als Datei im Projekt
   und einen Test, der bricht, wenn die Zählstände veralten.

Frag mich jetzt der Reihe nach: Was biete ich an, für wen, was kann
mein Angebot nachweislich, und welche drei Themen suchen meine
Kunden am häufigsten?

Wer keinen Coding-Agenten einsetzen will, kommt mit einem Baukasten ans Ziel – der Weg dafür steht im Kapitel Website mit KI erstellen. Die Regeln aus dem Prompt gelten dort genauso.

Schritt 7 – Messen und ehrlich nachtragen

SEO wirkt in Monaten, nicht Tagen – wer dir Schnelleres verspricht, verkauft etwas. Deshalb gehört zum Selbermachen ein ehrlicher Nullpunkt. Unserer, aus der Search Console, erste 24 Stunden nach der Anmeldung:

Search Console, 19.–20.08.2026Wert
Klicks0
Impressionen28
Seiten mit Impressionen8
Verschiedene Suchanfragen14
Beste Seite (Mahnwesen-Software), Ø Position≈ 78

Null Klicks, Position 78 – so sieht Tag 1 wirklich aus, und genau deshalb steht er hier. Eine Beobachtung aus unseren Messungen gehört ehrlicherweise dazu: Die klassischen SEO-Suchbegriffe selbst verlieren gerade zweistellig an Volumen – ein Teil der Suche wandert in KI-Antworten ab. Wir bauen deshalb Seiten, die beides bedienen: klassische Rankings und die Zitierfähigkeit für KI-Übersichten (klare Aussagen, belegte Zahlen, benannte Quellen). Auch dafür ist dieser Guide das Beispiel.

Der Ergebnis-Log

Das Build-in-Public-Versprechen dieses Guides: Hier tragen wir nach, was die Methode messbar bringt – auch wenn es langsam geht. Keine Auswahl der guten Monate.

  • 20.08.2026 – Tag 1: 47 Seiten live, 1.238 gemessene Keywords im Plan, $2,79 Datenkosten insgesamt. Search Console: 0 Klicks, 28 Impressionen. In KI-Antworten kommt Sumaro noch nicht vor – auch das haben wir gemessen und als Nullpunkt notiert.

Werkzeuge und Quellen

Die genannten Werkzeuge sind eigenständige Anbieter mit eigenen Preisen und Bedingungen; maßgeblich ist deren aktueller Stand. Dieser Guide beschreibt unser Vorgehen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Der nächste Schritt

Der beste Beweis für die Methode ist das Produkt dahinter.

Sumaro ist die Rechnungs- und Buchhaltungssoftware, für die dieser Weg gebaut wurde. Wenn deine Akquise Früchte trägt, führt Sumaro Angebot, Rechnung und Zahlungseingang zusammen – 30 Tage kostenlos testen.